Mehr als 50.000 Corona-Tote in Deutschland

Mehr als 50.000 Corona-Tote in Deutschland

Ein Intensivpatient mit COVID-19 wird künstlich beatmet (Archivbild)

In Deutschland sind seit Beginn der Corona-Pandemie 50.624 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Darin enthalten sind 859 neue Todesfälle innerhalb der letzten 24 Stunden. Das Robert-Koch-Institut (RKI) erfasst dabei Menschen, die direkt an COVID-19 gestorben sind, aber auch Infizierte mit Vorerkrankungen, bei denen sich die Todesursache nicht abschließend klären lässt.

Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI 17.862 Neuansteckungen innerhalb eines Tages. Die Zahl der Sieben-Tage-Inzidenz, also der Neuinfektionen innerhalb einer Woche pro 100.000 Einwohner, liegt bei 115,3. Der bisherige Höchststand von 197,6 war kurz vor Weihnachten erreicht worden. Es handelt sich um einen Durchschnittswert für ganz Deutschland. Die Unterschiede zwischen den Bundesländern sind groß: Die höchsten Inzidenzen haben Thüringen (218,4) und Brandenburg (194,4). Am niedrigsten ist der Wert in Bremen (80,9). Die Bundesregierung hat eine Zielmarke von 50 ausgegeben.

Verlängert und verschärft

Wegen der weiterhin hohen Infektionszahlen hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefs der Länder am Dienstag den geltenden Lockdown zunächst bis Mitte Februar verlängert und verschärft. Während es bei der großflächigen Impfaktion weiterhin Anlaufschwierigkeiten gibt, ebbt die Debatte über mögliche Sonderrechte für Menschen, die immunisiert wurden, nicht ab.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, nicht die Ausübung von Grundrechten bedürfe der Rechtfertigung, “sondern die Einschränkung der Grundrechte durch den Staat”. Wenn wissenschaftlich belegt sei, dass eine Impfung auch vor der Weitergabe des Erregers an andere schütze, falle im konkreten Fall eine wichtige Begründung für derlei Einschränkungen weg.

“Einschränkung von Grundrechten braucht eine Begründung”: Bundesjustizministerin Lambrecht (Archivbild)

Lambrecht schloss sich damit einer Forderung ihres SPD-Parteikollegen Heiko Maas grundsätzlich an. Der Bundesaußenminister hatte sich am Sonntag dafür ausgesprochen, Menschen mit nachgewiesener Corona-Impfung früher als anderen den Besuch von Restaurants oder Kinos zu erlauben.

Die Union hält die Diskussion zumindest für verfrüht. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erklärte am Donnerstag: “Wir wissen nicht, ob der Geimpfte andere anstecken kann. So lange stellt sich die Frage von Privilegien überhaupt nicht.” Ähnlich hatten sich Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geäußert. Beide argumentieren, durch eine Ungleichbehandlung von Geimpften und Menschen ohne Impfschutz würde der Zusammenhalt der Gesellschaft in der Corona-Pandemie gefährdet.

jj/rb (dpa, afp, epd, kna)